Compliance-Ratgeber · 20.5.2026 · 5 min
E-Commerce: Produktseiten rechtssicher gestalten
Umweltaussagen, Siegel, Haltbarkeitsangaben, Lieferantenfeeds: die Prüfpunkte einer Produktseite.
Jede Produktseite ist eine eigene Werbung
Ein Onlineshop mit 2 000 Artikeln veröffentlicht 2 000 Werbeaussagen. Die Abmahnung betrifft eine einzelne Seite, nicht den Shop insgesamt — deshalb muss die Prüfung auf Seitenebene und nicht nur auf Kampagnenebene stattfinden.
Die neuen Pflichtangaben
Bestehen und Dauer einer kostenlos gewährten Haltbarkeitsgarantie sowie verfügbare Reparaturinformationen müssen vor der Kaufentscheidung sichtbar sein — auf der Produktseite, nicht versteckt in den AGB.
Lieferantenfeeds filtern
Importierte Beschreibungen bringen Umweltbegriffe unkontrolliert in den Shop. Ein Filter auf Umweltkeywords beim Import plus eine Nachweisanforderung an den Lieferanten verhindert, dass fremde Aussagen zu Ihrem Haftungsrisiko werden.
Übersetzungen und Altseiten
Maschinelle Übersetzungen und alte Kategorietexte enthalten die problematischen Formulierungen am längsten. Ein wöchentlicher Re-Crawl zeigt neue und zurückgekehrte Aussagen, bevor ein Mitbewerber sie findet.
FAQ
Gilt das auch auf Marktplätzen?+
Ja. Der Verkäufer bleibt für seine Angebote verantwortlich, auch auf Plattformen Dritter.
Sind Kundenbewertungen betroffen?+
Nutzerinhalte folgen eigenen Regeln, ihre selektive Hervorhebung durch den Händler kann jedoch irreführend sein.
Wie viele Seiten zuerst prüfen?+
Beginnen Sie mit den 10 % der Seiten, die den Großteil des Umsatzes erzeugen.