Compliance-Ratgeber · 11.5.2026 · 6 min
Abmahnung wegen Umweltwerbung: so bereiten Sie sich vor
Ablauf einer Abmahnung, geforderte Unterlagen, kurze Fristen und der Aufbau eines belastbaren Nachweisdossiers.
Wie ein Verfahren beginnt
In Deutschland kommt der Anstoß selten von einer Behörde, sondern von einem Mitbewerber, einer Verbraucherzentrale oder der Wettbewerbszentrale. Die Abmahnung benennt die beanstandete Aussage, fordert eine Unterlassungserklärung mit Vertragsstrafe und setzt eine Frist von oft nur sieben bis zehn Tagen.
Was verlangt wird
Der Nachweis jeder beanstandeten Aussage: Zertifikate, Lebenszyklusanalysen, Lieferantenbestätigungen, Prüfberichte. Geprüft wird auch die Übereinstimmung zwischen Aussage und Nachweis sowie die Gültigkeit der Dokumente zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Die klassischen Fallen
Abgelaufenes Zertifikat, Nachweis für ein anderes Produkt als das beworbene, geänderte Aussage ohne Versionshistorie, kein benannter Verantwortlicher. Jede Lücke schwächt die Verteidigung und erhöht den Druck zur Unterschrift.
Ein Nachweisdossier aufbauen
Ein wirksames Dossier enthält die Liste der Aussagen, ihren exakten Fundort, die zum Stichtag online stehende Version, den zugeordneten Nachweis und das Änderungsprotokoll. EmpCo erzeugt dieses Dossier mit Zeitstempel auf einen Klick.
FAQ
Wie lang ist die Frist?+
Abmahnfristen betragen häufig sieben bis zehn Tage — deshalb muss das Dossier vorher existieren.
Ist ein Anwalt notwendig?+
Bei einer Unterlassungserklärung dringend zu empfehlen; ein strukturiertes Dossier senkt jedoch das Risiko erheblich.
Genügen Screenshots?+
Sie sind nützlich, müssen aber mit Zeitstempel versehen und mit dem inhaltlichen Nachweis verknüpft sein.